Der Feind, der Freund

Uraufführung „Lothar und der große Geist“ mit Tom Pauls und Jörg Schüttauf auf dem Theaterkahn

Könnten kaum gegensätzlicher sein, sind sich aber ähnlicher, als sie glauben: Lothar (Tom Pauls, l.) und Lothar (Jörg Schüttauf).

Von Christian Ruf, Dresdner Neueste Nachrichten vom 08. Februar 2016, Seite 9

„Großer Geist, steh mir bei, dass ich über keinen Menschen urteile, bevor ich nicht einen halben Mond in seinen Mokkasinns gegangen bin.“ So steht es geschrieben. Gleich auf Seite Zwo des Programmheftes zum Stück „Lothar und der große Geist“, das jetzt auf dem Theaterkahn seine Uraufführung erlebte. Kluger und deshalb gern zitierter, weil ganz auf die endlose Tiefe alter Indianerweisheit bauender Spruch – bleibt zu hoffen, dass er nicht eine ähnliche Fälschung ist, wie die gern zitierte und von der Öko-Bewegung gar als eine Art fünftes Evangelium erachtete Rede des Häuptlings Seattle (eigentlich Seeath), der Sätze wie „Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werden die Menschen feststellen, dass man Geld nicht essen kann“ nie gesagt hat.

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Stolz und bockig

Überzeugend: die Uraufführung von Holger Böhmes „Bauland“ auf dem Theaterkahn

Von Christian Ruf, Dresdner Neueste Nachrichten vom 08. September 2015

„Ihr schimpft doch auch immer auf die Zone!“, meint der junge Benny, aber sein Vater, der 1986 aus der DDR sogar geflüchtet ist, wie auch sein ständig über die Russen und die SED-Bonzen jammernder Großvater sind sich ausnahmsweise mal einig und verkünden unisono: „Aber doch nicht so!“ Wie das eben so ist: „Quod licet Iovi, non licet bovi.“

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Vorgeschichte und Nachspiel

Peter Kube inszenierte „Paarungen“ von Assous auf dem Theaterkahn

Mario Grünewald, Wiebke Adam-Schwarz, Tom Mikulla und Cornelia Kaupert (v.l.) sind das Quartett des Beziehungsterrors.

Von Tomas Petzold, Dresdner Neueste Nachrichten vom 2. Juni 2015, Seite 11

Beziehungskomödien für mehr oder weniger gereifte Jahrgänge haben seit geraumer Zeit ihren Platz im Spielplan des Theaterkahns, auch wenn sie es vergleichsweise schwerer haben, sich im Langzeitrepertoire zu etablieren. Neuester Versuch sind die von Peter Kube inszenierten „Paarungen“ des tunesischfranzösischen Autors Eric Assous, ein Stück über den Zusammenhang von Midlife-Crisis und suboptimalen  Partnerschaften beziehungsweise deren Optimierung innerhalb der sozialen Kleingruppe als Alternative zur penetranten ehelichen Treue respektive Monogamie – mit szenenweise besonderer Hervorhebung der Rolle des Geldes.

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